Volksentscheid Tempelhofer Feld — Countdown für Berlin

Berlin Tempelhofer Feld

Nur noch 6 Tage. Dann trifft Berlin eine wichtige Entscheidung.

Wochenlang haben uns Wahlplakate überall in der Stadt auf diesen Termin aufmerksam gemacht: 25. Mai 2014. Stichtag nicht nur für die große Europawahl, sondern auch für ein Votum, das unsere unmittelbare Umgebung betrifft. Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld ist ein großes Thema für Berlin. 625.000 Stimmen sind das Quorum, das über die Erfüllung des jeweiligen Gesetzesentwurfs entscheidet.

 Großes Thema, viele Stimmen

Worum geht´s hier? Viele Meinungen gehen da schon auseinander. Der Senat umwirbt auf einmal – Alarm – das Thema Wohnungsnot in Berlin. Ui, na klar, was kann man nur dagegen haben, wenn auf dem großen Areal dringend benötigter Wohnraum geschaffen wird? Na, nischt an sich. Aber dafür gibt es weder einen konkreten Plan, noch eine Garantie. Nachdem Berlin die meisten landeseigenen Wohnungen verkauft und eine nachhaltige Wohnraumpolitik lange sträflich ignoriert hat, kommt der große Masterplan. Und nach diesem sollen nur 9% der geplanten Wohnungen sozialmietverträglich auf dem Areal angeboten werden. Alles andere ist wieder mal den freien Marktkräften überlassen.

“Konkrete Details zu den geplanten Wohngebieten stehen aber noch nicht fest.” Und andere im Konjunktiv formulierte Beteuerungen einer staatlichen Bebauungskontrolle des vom Land Berlin erkauften Feldes, die sich den offiziellen Stimmen zum Masterplan entnehmen lassen, erhöhen auch nicht gerade die bereits schmale Zuversichtlichkeit.

Über 600 Millionen Euro – so die ungefähren Bebauungskosten (und wir wissen ja, dass es die Berliner Politik nicht soo genau mit Kalkulationen nimmt). Unter anderem für eine neue Stadtbibliothek. Uff, wird euch nicht auch so pflaumig im Mund, wenn Ihr (nicht nur in diesem Kontext) an das Milliardengrab BER und die anderen, zukunftsweisend teuren – pardon – tollen Bauprojekte in unsere Stadt denkt? Nebenbei haben wir bereits allein mit der Staatsbilbliothek, der HU Bibliothek und der AGB Landesbibliothek ein paar ganz nette, zentral gelegene, historisch bedeutsame Einrichtungen dieser Art. Aber Geld für deren Instandhaltung fehlt dann leider doch wieder… Bei all den illustren Planugsfantasien des von der SPD getragenen Masterplans kommt selbst die Mitregierungspartei CDU ins Grübeln.

Wer mehr guten Stoff zum heißen Thema beziehen will/muss, sei hierhin verwiesen: www.thf100.de

Für uns steht jedenfalls fest: Mitentscheiden statt überstimmt werden. Sozialverträglicher, nachhaltiger Wohnungsbau statt strategische Stadtraumvermarktung. Jetzt haben wir noch und einmalig die Möglichkeit, (kurz mal) mitzureden.

Unisono Herzenssache

Natürlich. Und wenn wir uns Sachen zu Herzen nehmen, dann muss eben auch ein Video hintendran – und als Hauptsache sowieso. Jetzt also mal schnuppe mit der Ratio, mit den Fakten und ran ans Gefühlsmäßige…

Unser Western-City-Trash nimmt vielleicht die letzten Zweifel: Die Tempelhof-Romantik soll für Alle da sein und bleiben. Denn so eine hübsche Enklave beherbergt genügend Platz für allerlei lustige Stereotypen, die in einer wachsenden, enger werdenden, pulsierenden und lebendigen Großstadt eben auch alle irgendwie ihren (gemeinsamen) Platz brauchen. “Kiez-Desperados”, “Bier-Assis”, “Dorf-Touris” und “Hipster” – We have a dream…. :

    (Achtung Smartphone-Nutzer und Ihr an den mobilen Endgeräten: Bitte das Vimeo Video unten anklicken, müsste funzen)

Und jetzt…kommst…du.

Wir sehn uns an der Wahlurne. Howdy.

Euer letzter Berliner.

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